Beziehungsmuster verstehen und transformieren

Aug 28, 2023

Hast du dich jemals gefragt, warum du immer wieder ähnliche Beziehungsmuster erlebst oder eine gewisse Sorte Mensch anziehst? Hast du das Gefühl, etwas Besseres verdient zu haben, aber irgendwie scheint der oder die Richtige einfach nicht aufzutauchen?
Im heutigen Artikel wollen wir diesen Fragen auf den Grund gehen.

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Beziehungsmuster verstehen und transformieren. Wie das Unterbewusstsein unsere Beziehungen lenkt. Video von Dr. Anna Kluger auf YouTube

Die Psychologie hinter Beziehungsmustern

Vielleicht hast du es dir schon gedacht: Tatsächlich ist es dein Unterbewusstsein, das deine Freundschaften und Partnerschaften wählt, nicht dein bewusster Verstand.

Unsere Wahrnehmung wird von unseren unterbewussten Überzeugungen geformt und geprägt. Auf der bewussten Ebene scheint es, als hätten wir die freie Wahl, unsere Freunde und Partner auszuwählen, aber wenn wir unser Bewusstsein nie dahingehend erweitert haben, uns selbst zu erkennen, zu verstehen und zu heilen, sind unsere Wahlmöglichkeiten begrenzt.

Wenn du Menschen triffst, nimmt dein Unterbewusstsein Dinge wahr, die du nicht bewusst registrierst. Vielleicht würdest du meinen, es ist etwas, was du in deren Augen siehst, oder es sind ihre Bewegungen oder ihre Ausstrahlung.

Der Mensch neigt dazu, sich zu jenen hingezogen zu fühlen, die ihm ähneln und dadurch vertraut sind, und sich abgestoßen zu fühlen, wenn jemand anders ist.

Jemand, der sich ungerecht vom Leben behandelt fühlt, einen geringen Selbstwert hat, viel jammert und unzufrieden ist, wird sich in den meisten Fällen nicht von jemandem angezogen fühlen, der sich des Lebens freut, selbstbewusst ist und überall Möglichkeiten sieht – und umgekehrt.

Eine Unterhaltung zwischen den beiden wird für jeden unbefriedigend sein, denn keiner von ihnen wird sich verstanden fühlen.

Während Person A sich als Opfer des Lebens sieht, wird Person B ihm vielleicht den Tipp geben, seine Einstellung auf das Leben zu verändern, woraufhin A sich verteidigen wird, dass er eine gute Einstellung zum Leben habe, aber dass das Leben eben ungerecht sei und für ihn einfach nichts klappen will. Und wird sich innerlich denken: Was für ein selbstgefälliger Typ dieser B ist. Der hat doch keine Ahnung.

Eine Person, die ihr Leben aus einer Opfermentalität lebt, möchte keinen Freund haben, der stark und proaktiv ist, und sie ständig mit ihrer Sichtweise konfrontiert. Sie möchte mit jemandem befreundet sein, der ihre Geschichte bestätigt.

Diese Geschichte ist ein Konzept, das wir von uns selbst haben. Und dieses Selbstbild wollen wir schützen.

Da sind diese Seiten von uns, die wir seit unserer Kindheit versuchen zu verdrängen, der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung nannte sie die Schatten, in der Psychologie spricht man vom inneren Kind heilen, und wenn uns irgendjemand triggert, uns sozusagen einen Spiegel vorhält und wir diese ungeliebten Seiten sehen, die uns Schmerz bereiten, dann lehnen wir eine solche Person ab.

Diese Schatten sind es also, die darüber entscheiden, ob wir einen Mensch als Freund akzeptieren oder nicht. Sobald mein Selbstbild, das meine Schatten schützt, bedroht wird, lehnen wir den anderen ab.

Das Gleiche passiert auch in unseren romantischen Beziehungen.

Nehmen wir an, Person A aus unserem vorigen Beispiel, findet Person C auf einer Datingplattform, die er äußerlich attraktiv findet. Während des ersten Dates stellt sich heraus, dass Person C selbstbewusst, eigenständig und emotional intelligent ist. Sie ist ambitioniert und erfolgreich, und A fühlt sich eingeschüchtert und unwohl.

A projiziert seine eigenen Unsicherheiten auf C und sagt sich: »Ich möchte nicht mit jemandem zusammensein, der nur an seiner Karriere interessiert ist.«

Menschen mit geringem Selbstwertgefühl können dazu neigen, viel Bestätigung, Aufmerksamkeit und Liebe von ihrem Partner zu benötigen, um sich besser zu fühlen, und A würde deshalb eine Person bevorzugen, die ebenso wie er ein geringes Selbstvertrauen hat. So würden beide gegenseitig aneinander hängen, weil sich jeder für sich genommen unzulänglich fühlt, und dieses Gefühl durch den anderen ausgleicht.

 

Kindheitseinflüsse auf Beziehungsmuster

 

Unsere Vorstellung von Liebe wird stark von unseren Erfahrungen mit Liebe in unserer Kindheit geprägt, insbesondere von unseren Eltern oder Bezugspersonen. Die Art und Weise, wie wir als Kinder aufgewachsen sind und wie unsere Eltern uns Liebe gezeigt oder nicht gezeigt haben, beeinflusst, wonach wir in unseren späteren Partnern suchen und wie wir uns in Beziehungen verhalten.

Das Unterbewusstsein spielt hier eine entscheidende Rolle. Es unterscheidet nicht zwischen Selbst und Anderem, es nimmt alles als Teil von uns auf.

Wenn wir als Kinder negative oder destruktive Verhaltensweisen von unseren Eltern erlebt haben, können diese negativen Erfahrungen im Unterbewusstsein als eine Art »normales« oder »erwartetes« Verhalten in Beziehungen verankert werden. Unbewusst könnten wir dadurch glauben, dass wir solche destruktiven Verhaltensweisen in unseren Beziehungen auch wünschen oder verdienen.

Solange wir uns nicht bewusst werden und diese ungelösten emotionalen Aspekte und Verletzungen heilen, werden wir immer wieder in Beziehungen geraten, die uns an unsere früheren Wunden und ungelösten Themen erinnern. Das kann dazu führen, dass wir uns in ähnliche problematische Muster verwickeln und möglicherweise auch ungesunde Beziehungen anziehen, weil sie unserem Unterbewusstsein vertraut sind.

 

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Ein Beispiel für gegensätzlichen ungelösten Aspekte, könnte so aussehen:

Emma erlebte in ihrer Kindheit, dass ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche von ihren Eltern häufig ignoriert wurden und diese sogar verärgert haben, sodass Emma lernte, dass es besser ist, ihre Bedürfnisse für sich zu behalten, um Konflikte zu vermeiden.

Ihr Mann Mark berichtet aus seiner Kindheit, dass seine Eltern kaum miteinander kommuniziert haben und auch er wurde nie dazu aufgefordert, offen über seine Gefühle oder Emotionen zu sprechen. Deshalb hat er Schwierigkeiten, die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Emmas Unfähigkeit, ihre eigenen Bedürfnisse zu artikulieren, führt dazu, dass sie sich vernachlässigt und unerfüllt fühlt, und Mark ist verärgert, dass Emma ihre Bedürfnisse nicht klar kommuniziert.

So können ungelöste Aspekte schließlich zu Konflikten in späteren Beziehungen werden.

 

Heilung durch Selbstliebe

 

Die Suche nach Liebe in anderen Menschen kann letztendlich nicht die innere Leere füllen, wenn man sich selbst nicht genug liebt und akzeptiert. Wir wollen, dass uns jemand etwas gibt, was man sich selbst verweigert hat.

Heilung geschieht in dem Moment, in dem du keinen Wert mehr darauf legst, Erfüllung außerhalb von dir selbst zu suchen.

Was kannst du noch ab heute tun?

Setze dich bewusst mit deinen Gedanken, Gefühlen, Verhaltensweisen und Beziehungsmustern auseinander. Frage dich ehrlich, warum du dich zu bestimmten Menschen hingezogen fühlst oder warum bestimmte Beziehungsmuster immer wieder auftauchen. Was versprichst du dir von deinem Verhalten?

Sei liebevoll zu dir selbst und verurteile dich nicht für diese Denk- und Verhaltensmuster. Mache dir bewusst, dass du als Organismus stets nach dem »besten« Weg gesucht hast, mit deiner Umgebung zu interagieren und zurechtzukommen, und zwar basierend auf deiner Genetik und deiner Konditionierung.

Jeder Mensch hat Wunden, und es ist ein natürlicher Teil des Lebens, daran zu arbeiten.

Jemand, der mit sich selbst im Einklang ist, ist strahlend, kraftvoll und anziehend. Erinnere dich, dass du nicht das anziehst, was du willst, sondern das, was du bist.

In der Erkenntnis, dass unser Unterbewusstsein maßgeblich unsere Beziehungen lenkt, liegt eine wunderbare Chance zur inneren Transformation und Selbstliebe. Indem wir uns mutig unseren Schatten stellen und unsere Wunden heilen, öffnen wir uns für eine tiefere Verbindung zu uns selbst und anderen.

Wenn wir Liebe und Akzeptanz in uns selbst finden, strahlen wir eine magnetische Energie aus, die uns zu den richtigen Menschen führt, die uns auf dieser Reise begleiten und ergänzen.

Ich wünsche dir wie immer alles Liebe und würde mich freuen, dich beim nächsten Mal wiederzutreffen.

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Die Autorin

Dr. Anna N. Kluger

Früher als Ärztin tätig, ist Anna heute Autorin, Mentorin und Entwicklerin des Online-Kurses „Endlich glücklich!“ Neben ihren Büchern und ihrem Kurs teilt sie ihr Wissen und ihre Expertise auf YouTube, ihrem Podcast „Du hast mehr Macht, als du denkst“ und ihrem Blog. Zur Autorenseite auf Amazon

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