Warum kann ich nicht loslassen?

Nov 29, 2022

Wenn wir vom Loslassen sprechen, dann meinen wir Gefühle, Emotionen, Erinnerungen und Traumata, die unser Leben auf negative Weise beeinflussen. Aber wie stellt man das an, wenn man das Gefühl hat, immer wieder aufs Neue getriggert zu werden? Erfahre in diesem Artikel alles, was du übers Loslassen wissen musst.

Das Video mit Anna zum Blog gibt’s auf YouTube

Wieso kann ich nicht loslassen? Dr. Anna Kluger gibt Auskunft in diesem Video

Trauma

Unter Traumata versteht man nicht nur schwerwiegende Ereignisse wie Missbrauch oder ein Unfall in der Vergangenheit, das können auch Erfahrungen sein wie in der Schule ausgelacht worden zu sein, die Eltern in einem Geschäft zu verlieren oder für etwas gerügt worden zu sein.

Alles, was wir mit unserem kindlichen Intellekt nicht rationalisieren können und falsche Schlüsse daraus ziehen. Nämlich jene, dass wir, so wie wir sind, nicht in Ordnung sind.

Wir navigieren durchs Leben und werden hie und da getriggert, wobei dieses negative Gefühl, das wir damals unterdrückt haben, wieder zum Vorschein kommt. Ich falle bei der Prüfung durch – ich bin nicht gut genug. Ich werde vom Partner verlassen – ich bin nicht gut genug. Ich habe beim Jobinterview versagt – ich bin nicht gut genug.

An sich sind das alles einfach menschliche Erfahrungen, die wir alle irgendwann durchmachen. Aber wir sehen sie immer noch wie das Kind von damals, für das das Klassenzimmer die ganze Welt war, und denken, ich bin nicht in Ordnung.

Und irgendwann sind wir so müde von diesem Theater und hören, dass wir loslassen können. Oder das innere Kind heilen, oder uns befreien können – je nachdem, auf welchen Fachbereich man gestoßen ist.

Aber irgendwie funktioniert es nicht. Man liest Bücher, Artikel, schaut sich Videos zum Thema an, geht vielleicht zum Therapeuten, und meint, es verstanden zu haben.

Doch dann kommt der Moment, in welchem wir getriggert werden und wir schaffen es nicht, uns zu beruhigen. Bei mir ist es eben anders. Dieses Gerede vom Loslassen bringt bei mir nichts. Aber warum nicht?

Weil wir oftmals das Gelesene oder Gehörte intellektuell durchspielen. Wir sagen: Jetzt habe ich verstanden. Und wir lieben diesen Aha-Effekt. Leider reicht das Verständnis alleine nicht dafür aus, um loszulassen.

Manchmal ist es sogar kontraproduktiv, wenn man sehr logisch und rational ist und zu viel nachdenkt. Loslassen geschieht nämlich nicht nur auf einer mentalen Ebene.

 

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Loslassen bedeutet nicht loswerden

 

Der Partner trennt sich nach einer langjährigen Beziehung von uns und wir können uns rational erklären, dass Menschen sich nun einmal verändern, und sich etwas anderes wünschen, und dass wir keine schlechten Menschen sind und dass die Trennung eine Chance für uns ist, etwas über uns zu lernen.

Aber wenn du tief in dir drinnen, das Gefühl hast, abgelehnt worden zu sein und nicht liebenswert zu sein, dann übertünchst du mit deinem logischen Denken einfach deine Gefühle, Emotionen und Glaubenssysteme. Das bedeutet nicht loslassen, sondern sich von der Wahrheit abwenden und sie unterdrücken.

Tief in dir drinnen, denkst du nämlich: »Ich sollte geliebt werden. Warum werde ich nicht geliebt? Warum will man mich nicht? Ich habe doch alles getan, wieso schätzt man mich nicht usw.« Und beim nächsten Mal, wenn du abgelehnt wirst, wird es wieder so wehtun, wenn nicht sogar mehr. Was also ist dann loslassen?

Das Wort loslassen kann manchmal etwas irreführend sein, weil es den Anschein macht, als würden wir endlich diese ungeliebte Seite von uns, die wir unser ganzes Leben unterdrückt haben, in einem Augenblick geistiger Erleuchtung loswerden.

»Ich will nicht so unsicher sein. Ich will stark und selbstbewusst sein. Deshalb darf ich den Schmerz nicht zulassen. Ich darf nicht weinen. Ich darf nicht schwach sein.«

Doch in dem Wunsch, diese Gefühle loszuwerden und nicht mehr zu fühlen, liegt die Falle.

Je mehr wir sie ablehnen, und je mehr Strategien wir entwickeln, um sie zu bewältigen, desto eher bleiben sie uns erhalten.

Wir lösen sie nicht auf, sondern nähren sie auch noch, denn indem wir versuchen, eine starke Seite zu kreieren, um die schwache zu unterdrücken, machen wir echt. Und jetzt haben wir das Problem, das wir diese inneren Konflikte haben, die uns auslaugen.

 

Loslassen bedeutet akzeptieren

 

Loslassen müsste besser akzeptieren und sein lassen heißen. Es ist ein Loslassen vom Widerstand leisten. Von dem »Ich will das nicht fühlen« oder »So soll es nicht sein.«

Wenn wir nicht mehr an ein Outcome klammern. Wenn wir nicht mehr versuchen, etwas dagegen zu tun. Das bedeutet loslassen. Ich nehme all diese Facetten an.

Es ist fast wie ein »sich dem Gefühl, der Emotion hingeben«, sie zu- und ziehen lassen. Ohne eine Story darum aufzubauen: Oh, dieses Gefühl kommt auf, weil ich hintergangen wurde, weil ich ungerecht behandelt wurde, weil man mir dieses oder jenes angetan hat.

Der Mensch ist so gut darin, alles zu analysieren, zu reflektieren und dann Ideen darum aufzubauen, dass er sich damit manchmal selbst ins eigene Bein schießt. Denn stell dir einmal vor, wir hätten von klein auf gelernt, dass schmerzvolle Ereignisse zum Leben gehören, dass man diese Gefühle und Emotionen durchlebt und verarbeitet, und dann zum nächsten übergeht.

Aber was machen wir?

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Ich, ich, ich

 

»Was hat das zu bedeuten? Was sagt das über mich aus? Was bedeutet das für mein Leben, meine Karriere, meine Beziehung? Ich, ich, ich, ich.«

Wir nehmen alles persönlich. Dabei ist es einfach Leben, das passiert. Es bist nicht nur du, der oder die verlassen wurde. Es bist nicht nur du, der oder die krank ist, geliebte Menschen oder sein Vermögen verloren hat.

Milliarden Menschen vor dir und nach dir werden die gleichen Schicksale durchmachen. Weil Menschsein freudvolle und schmerzvolle Erfahrungen mit sich bringt. Und wenn du jetzt hier sitzt und dir denkst:

»Aber hier geht es um mein Leben. Ist mir doch egal, was mit den anderen ist. Ich will es schön haben«, dann sitzt du in der Falle und ich beschwöre dir, dass du früher oder später zu der gleichen Erkenntnis kommen wirst:

Es ging nie wirklich um mich. Ich bin einem Irrtum aufgesessen, der mich öfter unglücklich als glücklich gemacht hat. Ich werde ebenso sterben wie alle anderen vor und nach mir. Und ich kann nichts mitnehmen, von dem ich dachte, ich müsste es haben. Nicht einmal meine Erinnerungen.

Echtes Loslassen

 

Je früher man sich dieser (zumindest auf materieller Ebene) Tatsache bewusst wird, desto einfacher wird loslassen. Und Freisein. Und es eröffnen sich neue Möglichkeiten. Die Möglichkeit, im Dienste der Gesamtheit zu stehen. Die Demut und Bescheidenheit, die damit einhergehen. Das Gefühl der Dankbarkeit und bedingungslosen Liebe, die sich offenbaren. Ich bin mir sicher, du kennst solche Momente.

Es sind wohl verschiedene Stufen, die wir in unserem Leben zu durchlaufen haben. Und manche kann man nicht überspringen.

Wenn Angst, Trauer oder Wut da sind, lerne sie anzunehmen. Sie machen dich nicht weniger gut oder spirituell. Alles gehört dazu und ist auf seine Weise gut, wenn man es für sein Wachstum nutzt.

Wichtig ist doch, dass wir gut zu uns sind. Dann werden wir es auch zu anderen sein. Und wer weiß, vielleicht schaffen wir es irgendwann, ein Miteinander zu schaffen, indem wir so gut zueinander sind, wie wir sein können und ein bisschen mehr Harmonie schaffen.

Ich wünsche dir alles Liebe

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Über die Autorin

Anna N. KlugerDr. Anna N. Kluger: Die frühere Ärztin ist heute Autorin und zeigt mit ihrer Expertise in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterkenntnis auf klare und verständliche Weise, wie der Verstand funktioniert und sich zum Erreichen eines erfüllten Lebens einsetzen lässt.

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