Innere Unruhe: Woher sie kommt und was du tun kannst.

Mrz 29, 2021

Viele erleben sie in unsicheren Zeiten wie diesen, wenn man sich um seine Zukunft sorgt, oder nach einer Trennung, wenn man sich verloren fühlt, oder aber es ist einer dieser Tage, an dem eine oder viele unangenehme Pflichten anstehen, und wir nicht wissen wie man es angehen soll. Die Rede ist von innerer Unruhe bzw. Rastlosigkeit.

Sieh dir auch das Video von Anna zum Blogthema auf Youtube an

Unruhe

Suchtverhalten

Kommen innere Unruhe und Rastlosigkeit auf, fühlen wir uns schnell dazu geneigt, uns Abhilfe mit Ablenkungen aller Art zu verschaffen, allen voran: Social Media, Netflix, Essen, Alkohol oder Beruhigungsmittel.

Der Stress lässt kurzweilig nach, das Glückshormon Dopamin wird ausgeschüttet und wir fühlen uns besser. Leider konditionieren wir uns dadurch selbst darauf, ein Suchtverhalten zu entwickeln – denn nun wird der Verstand jedes Mal, wenn der Körper gestresst ist, nach dem Hilfsmittel verlangen.

Der Verstand sichert dein Überleben – er will helfen. Aber wenn er falsch »programmiert« ist, kann er Schaden anrichten. So wie beispielsweise bei einer Sucht.

Mit Bewusstheit lässt sich der ganze Mechanismus durchschauen und dann auch auflösen. Höchstwahrscheinlich nicht beim ersten Mal, obwohl auch das möglich ist, aber durch regelmäßige Wiederholung. Wie sieht das aus?

Der Mechanismus

Eigentlich sind es gar nicht die Ereignisse wie Trennung, Jobverlust oder die unangenehme Pflicht, die für die Unruhe und Rastlosigkeit verantwortlich sind. Es ist dein Denken, also deine Wahrnehmung und Interpretation der Situation, das zum Unwohlsein führen.

Beispiel: Du schaust die Nachrichten. Diese triggern einen Gedanken in dir. Du denkst: »Wie soll es nur weitergehen? Womöglich verliere ich meinen Job? Und dann? Dann kann ich meine Rechnungen nicht bezahlen. Man wird uns delogieren und dann landen wir auf der Straße.« Du kriegst Panik, verspannst, bist aufgebracht.

In der Zwischenzeit sitzt dein Partner neben dir, völlig tiefenentspannt und sagt: »Das werden wir auch noch überstehen.«

Deine Wahrnehmung

Es ist demnach nicht die Situation, die dich unruhig macht, sondern wie du sie aufnimmst und verarbeitest. Also deine Gedanken dazu. Wie aber soll man die ändern?

Dazu muss man verstehen, woher sie kommen. Deine Gedanken sind ein Sammelsurium aus allem, was du in diesem Leben gehört, gesehen und erfahren hast. Das meiste stammt aus deiner Kindheit, in welcher du die Überzeugungen und Vorstellungen deiner Eltern übernommen hast.

Mit der Zeit hast du sie aufgrund deiner persönlichen Erfahrungen angepasst, aber es ist wie ein Programm, das je nach Trigger abgespult wird. So wie das »Panikprogramm«, wenn du die Nachrichten schaust.

Als nächstes musst du begreifen, dass deine Gedanken keine Wahrheiten sind.

Wenn dich deine Eltern aus einer Notsituation heraus, als Baby zu Pflegeeltern nach China gegebene hätten, dann würdest du jetzt nicht nur eine andere Sprache sprechen, du hättest wohl gänzlich andere Traditionen, Vorstellungen und Überzeugungen übernommen – du würdest also auch anders denken. Deine Gedanken lassen sich demnach ändern.

Schließen wir den Kreis

Wenn du dich also unruhig, rastlos oder ängstlich fühlst, dann halte inne und frage dich: »Was habe ich gerade gedacht, dass dieses Gefühl ausgelöst hat?«

Je früher du den Mechanismus unterbrichst, desto besser. Sonst läuft das alte Programm wieder unbewusst ab. Und jedes Mal, wenn du es unterbrichst, ist das ein Sieg, denn damit schwächst du es. Und irgendwann ist es aufgelöst. Wenn du es durch ein neues ersetzt.

Frage dich weiter: »Stimmt es, was ich mir da denke?« Dein altes Programm wird sagen: »Ja, natürlich. Wir könnten unseren Job verlieren und dann werden wir delogiert und landen auf der Straße usw.«

Jetzt brauchst du Wille und musst dein neues Wissen anwenden. Sage dir zum Beispiel: »Das stimmt nicht. Warum sollte ich gleich meinen Job verlieren? Und warum sollte ich auf der Straße landen? Eigentlich kenne ich niemanden in meinem Freundeskreis, der auf der Straße gelandet ist, weil er seinen Job verloren hat. Bestimmt würde die Familie helfen usw.« das klingt nicht nur positiver, sondern ist bei ehrlicher Betrachtung auch glaubhafter.

Und das ist das Problem, wir vertrauen dieser inneren Stimme so sehr, obgleich sie die meiste Zeit nur Lügen erzählt. Mutmaßungen, die keinen echten Gehalt haben.

Du musst lernen, diese innere Stimme zu kontrollieren. Was sagt sie? Und warum? Stimmt das wirklich, was sie sagt?

Ja, du musst innere Selbstgespräche führen. Aber das tust du ohnehin die meiste Zeit des Tages – du hast es bisher allerdings unbewusst getan. Jetzt machst du es dir bewusst. Und das braucht am Anfang Achtsamkeit und Wille, weil sich dein altes Programm nicht so leicht geschlagen gibt. Aber mit der Zeit wird es automatisch und du wirst staunen, wie viel ruhiger und besonnener du wirst.

Und es stimmt tatsächlich, dass die Kraft in der Ruhe liegt.

Mehr zum Thema?

Das ist natürlich nur eine Möglichkeit um mit innerer Unruhe umzugehen, und damit das Video nicht zu lang wird, möchte ich mich auf diese beschränken.

Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, schreib es mir in die Kommentare, damit ich weiß, wie ich helfen kann.

Sei dir sicher, dass du es auf alle Fälle schaffen kannst, negative Gefühle wie Unruhe und Rastlosigkeit zu besiegen.

Über die Autorin

Anna N. Kluger

Dr. Anna N. Kluger ist Autorin, Ärztin und Coach. Mit ihrer Expertise zeigt sie auf klare und verständliche Weise, wie der Verstand funktioniert und sich zum Erreichen eines erfüllten Lebens einsetzen lässt.

Sie veröffentlicht neben ihren Ratgebern auch Fantasyromane ab 10 Jahre, die voller zeitloser Wahrheiten und Weisheiten stecken.

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2 Kommentare

  1. Martina

    Liebe Anna,

    vielen Dank für diesen interessanten Artikel.

    Ich habe bei mir festgestellt, dass am Ende immer eine Angst dahintersteckt, wenn ich mir selbst zu viel Druck und Stress mache.

    An der Oberfläche wirkt es zwar nicht so, aber wenn ich meinen Kopf dann zum Schweigen bringe und hineinfühle, steckt oft etwas ganz anderes dahinter als ich dachte.

    Danke für die Erinnerung 🙂

    Antworten
    • Anna

      Hallo Martina!

      Ich danke dir für diesen tollen Impuls! Angst steckt wirklich ganz oft dahinter.
      Schön auch, dass du deinen Kopf zum Schweigen bringen und in dich hineinfühlen kannst – vielen fällt das ja nicht besonders leicht.

      Alles Liebe

      Antworten

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